KUNST.MACHEN

Bei meiner künstlerischen Arbeit stehen immer die Herstellungsprozesse mit ihren Untersuchungen, Versuchen und Wiederholungen im Fokus - losgelöst von einem konkreten Ergebnis. Viele kleine Entscheidungen bezüglich Maluntergrund, Material, Bewegung und Werkzeug ermöglichen Transformationen, die mir einen Erfahrungs- und Erkenntnisraum öffnen, der für mich existentiell geworden sind. Dieser Raum ermöglicht mir, in der Gegenwart präsent und bewußt zu sein, einen spielerischen Wechsel von Kontrolle und Loslassen zu erproben und die tatsächlich vergangene Zeit über die Spuren der einzelnen Prozess-Schritte im Kunstwerk sichtbar zu machen.
Inspiriert von der Natur - insbesondere der Ostsee - kann ich eigene Konzepte und Ausdrucksmöglichkeiten für meine Gedanken und Gefühle entwickeln. Ich erstelle überwiegend Kleinserien, um verschiedene künstlerische Aspekte zu untersuchen - wie Wellen, die kommen und gehen, in unterschiedlichen Stimmungen, Bewegungen, Formen, Farben und mit einer ganz eigenen Sprache. Und manchmal findet sich ein besonderes Kunstwerk - wie eine Versteinerung oder ein Meerglas auf dem Strand. Die Liebe zur Ostsee hat mich zum Meeresschutz gebracht, den ich in meiner künstlerischen Arbeit thematisiere und unterstütze. Es geht mir um einen anderen Zugang zu den Themen rund um den Meeresschutz, der es ermöglicht, sich wieder mit dem Meer zu verbinden.
Seit 2021 widme ich mich dem Selbststudium der Malerei. Die Abstraktion ermöglicht es mir, mich auf Farben, Formen, Linien und Flächen zu konzentrieren. Es sind serielle Untersuchungen auf verschiedenen Untergründen wie Papier, Leinwand und Foto-Leinwand. Kleinste Veränderungen im Herstellungsprozess beim Zusammenspiel von Material, Bewegung und Maluntergrund führen zu einem anderen inspirierendes Ergebnis für die nächste Versuchsreihe bzw. Serie.
Die Fotografie begleitet mich seit über 40 Jahren von der analogen Fotografie mit einem eigenen Foto-Labor über die ersten Digital-Kameras bis zur heutigen Nutzung meines iPhone. Es ist die Schönheit der Natur, die ich mit meiner künstlerischen Fotografie festhalten möchte - manchmal sind sie dokumentarisch und wie ein Tagebuch für mich. Und an anderen Tagen sind es Momente mit ganz besonderen Stimmungen, die in mir klingen und als Gefühl bleiben oder wie ein besonderer Gedanke wirken. Meine Aufnahmen werden nicht nachträglich von mir bearbeitet und es kommen keine KI-Tools zum Einsatz. Ich wähle lediglich Ausschnitte in meinen Aufnahmen aus, um meine Sicht auf das Motiv hervorzuheben oder um den Horizont zu begradigen.
Die Verbindung von Fotografie und Malerei hat meine künstlerische Arbeit deutlich erweitert. Insbesondere das Foto-Transverfahren auf Papier und Leinwand ermöglicht mir meine digitalen Fotos analog weiter zu bearbeiten und mit Acrylfarben und -tinten die Besonderheiten des Motivs malerisch zu betonen oder abzudecken, um andere Aspekte sichtbar zu machen. Das Einbinden von weiteren Medien wie Papier, Textilien und Wolle führt zu einem erstaunlichen Zusammenspiel zwischen der Beschaffenheit der verschiedenen Materialien, wobei ich das Kunstwerk in die dritte Dimension erweitern kann. Die Transformation von einem Medium in das nächste birgt einen spannenden Prozess, dessen Ausgang meistens völlig offen ist, wobei auch hier das Ringen um Zufall und kontrolliertes Eingreifen eine große Herausforderung für mich ist.
Die Monotypie habe ich mit Acrylfarben bereits untersucht und habe in 2025 in einem Kunstkurs in der Hamburger Kunsthalle den Aqua Linol-Druck kennengelernt. Die Farben, die Druckplatte und das Werkzeug lassen sich wunderbar experimentell einsetzen. Die Transformationen sind vielfältig - je nach Papier-Art, Anzahl der Farb-Schichten und der nachträglichen Veränderung von den Formaten.
Fotografie, Malerei und Mixed Media finden in meinen Raum-Installationen zusammen, in denen Themen wie der Ostseeschutz aufgrund ihrer Komplexität eine künstlerische Auseinandersetzung und Beschreibung in der dritten Dimension finden. Die Erweiterung ermöglicht den Betrachter:innen einen anderen Zugang zu den Kunstwerken finden, da sie räumlich erfasst und durch den ganzen Körper in Bewegung erfahren werden können. Aus der Zusammenstellung und Anordnung der verschiedenen Kunstwerke und deren Beschaffenheit ergibt sich etwas Neues, was scheinbar improvisiert und flüchtig ist und erforscht werden kann. So können neue Erfahrungen mit allen Sinnen gemacht werden, die zu neuen Erkenntnissen zum Thema Ostseeschutz einhergehen und Verhaltensänderungen im Alltag begründen können, um die Ostsee zu schützen.
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