Serie Transforming Baltic Sea Stones
Transforming Baltic Sea Stones #1, 2/2026, Acrylfarbe auf Foto-Leinwand, 70 x 70 x 1,5 cm
Detail-Ansichten Transforming Baltic Sea Stones #1
Transforming Baltic Sea Stones #2, 2/2026, Acrylfarbe auf Foto-Leinwand, 70 x 70 x 1,5 cm
Detail-Ansichten Transforming Baltic Sea Stones #2
Transforming Baltic Sea Stones #3, 2/2026, Acrylfarbe auf Foto-Leinwand, 70 x 70 x 1,5 cm
Detail-Ansichten Transforming Baltic Sea Stones #3
Transforming Baltic Sea Stones #4, 2/2026, Acrylfarbe auf Foto-Leinwand, 70 x 70 x 1,5 cm
Detail-Ansichten Transforming Baltic Sea Stones #4
Text zur Serie Transforming Baltic Sea Stones
Im Norden der Insel Fehmarn findet sich ein Strandabschnitt auf der Höhe des Belt-Campingplatzes, der gesäumt ist von großen Ostsee-Steinen. Das Gehen ist erschwert durch die Anhäufung der zahlreichen Steine und es ist schwierig, sich auf einen Stein zu fokussieren, da jeder einzigartig schön ist. Bei den meisten handelt es sich um schwarz-weiße Feuersteine, die zwischen beeindruckenden 60 und 70 Millionen Jahre alt sind.
Die Transformation von einem leblosen Objekt zu einem belebten Kunstwerk durch die Aufladung mit künstlerischer Energie und Einbindung in einen neuen Kontext, geschieht auf unterschiedlichen Ebenen über einen längeren Zeitraum.
Das Hochheben eines Steines und das genaue Ansehen, Bewegen, Ertasten, Hören und Riechen eröffnet den Prozess. Der Stein wird zum Untersuchungsobjekt und Auslöser für alle Sinneswahrnehmungen, wodurch verschiedene Gefühle, Gedanken und Handlungen ausgelöst werden. Manchmal verführt er zu einem Wurf zurück in die Ostsee mit einem dumpfen Plumpsen, der durch das hohe Gewicht im Wasser erzeugt wird oder er fällt auf die anderen Steine mit einem lauten Klacken.
Wandert ein Stein in den Rucksack wird er zum maritimen Andenken für das eigene Zuhause oder ein dekoratives Mitbringsel für befreundete Menschen oder Familienmitglieder. Bei mir wird er Teil meines Ateliers und wird immer wieder in die Hand genommen, was mich mit dem Tag an der Ostsee verbindet und meine Sehnsucht nach dem Meer als meinen Wohlfühlort verstärkt. Einige der Steine werden auch zum Motiv (Mixed Media) oder Bestandteil eines Kunstwerkes (Raum-Installation). In meiner Ausstellung ICH BIN. AM STRAND. in Wismar habe ich viele Ostsee-Steine im Mittelpunkt des Raumes zusammen mit meinen Ostsee-Fotos auf den Boden gelegt. So wurden sie zum Ausstellungsobjekt in einem Kontext gezeigt, der einen Raum für mehr Aufmerksamkeit und Wahrnehmung geschaffen hat.
Eine weitere Ebene der Transformation von Ostsee-Steinen ist die ganz unmittelbare Verbindung zwischen einem Feuerstein und meiner abstrakten Malerei, wo es darum geht, die Besonderheiten wie Strukturen, Farben, Flächen und Verletzungen z.B. durch Abbrüche künstlerisch zu bearbeiten und in eine neue Form zu bringen. Hierbei wird aus dem 3D-Objekt ein 2D-Kunstwerk, das in der Fläche - wie in einer Landschaft - einen neuen Zugang für Betrachter*innen zu der Einzigartigkeit und Schönheit des Steines ermöglicht.