​​​​​​​Serie Pink Colour Traces
Pink Colour Traces One, 12/2025, Aqua Linol-Druck auf Papier, 20 x 20 cm,
 Detail-Ansichten Pink Colour Traces One, Passepartout weiß 30 x 30 cm
Pink Colour Traces Two, 12/2025, Aqua Linol-Druck auf Papier, 20 x 20 cm
Detail-Ansichten Pink Colour Traces Two, Passepartout weiß 30 x 30 cm
Pink Colour Traces Three, 12/2025, Aqua Linol-Druck auf Papier, 10 x 10 cm
Detail-Ansichten Pink Colour Traces Three, Passepartout weiß 20 x 20 cm
Pink Colour Traces Four, 12/2025, Aqua Linol-Druck auf Papier, 10 x 10 cm
Detail-Ansichten Pink Colour Traces Four, Passepartout weiß 20 x 20 cm
Pink Colour Traces Five, 12/2025, Aqua Linol-Druck auf Papier, 20 x 20 cm
Detail-Ansichten Pink Colour Traces Five, Passepartout weiß 30 x 30 cm
Pink Colour Traces Six, 12/2025, Aqua Linol-Druck auf Papier, 20 x 20 cm
Detail-Ansichten Pink Colour Traces Six, , Passepartout weiß 30 x 30 cm
Text zur Serie
Die Serie Pink Traces ist eine künstlerische Annäherung an die Ursprünge des Lebens und an die erstaunliche Beständigkeit seiner Spuren. Ausgangspunkt meiner Arbeit sind fossile pinkfarbene Pigmente, die in einer etwa 1,1 Milliarden Jahre alten marinen Gesteinsschicht im westafrikanischen Taoudeni-Becken entdeckt wurden. Sie stammen von Chlorophyll, das einst von Cyanobakterien produziert wurde. Zu jener Zeit bedeckte ein Ozean die heutige Sahara. Was von diesen frühen Lebensformen geblieben ist, sind unter anderem winzige Farbreste – materielle Zeugnisse einer Welt, die für uns kaum vorstellbar ist.
Mich fasziniert die Vorstellung, dass Farbe eine Verbindung über unvorstellbar lange Zeiträume hinweg schaffen kann. Ein Pigment wird zum Zeugen des Lebens, eine Spur zum Fragment einer längst vergangenen Wirklichkeit. Aus dieser Idee heraus ist Pink Traces entstanden.
In meinen abstrakten Acrylbildern begegnen sich intensive Blau- und Türkistöne, helle, beinahe transparente Flächen und tiefere, dunkle Farbschichten. Sie erinnern an Wasser, Lichtreflexionen und geologische Ablagerungen, ohne einen konkreten Ort abzubilden. Die Farbe wird zum Raum, die Bewegung des Pinsels zur Spur eines Augenblicks. Überlagerungen, Brüche und Verdichtungen lassen Strukturen entstehen, die sich zwischen organischer Form, Landschaft und freier Abstraktion bewegen.
Das Pink setzt bewusste Gegenpunkte. Es durchbricht die kühlen Farbwelten, taucht auf, verschwindet und hinterlässt Spuren. Dabei interessiert mich weniger die Farbe als dekoratives Element, sondern vielmehr ihre Bedeutung als Zeichen für etwas Ursprüngliches: für Leben, Veränderung und die Fähigkeit der Materie, Vergangenheit in sich zu bewahren.
Die Arbeiten sind eigenständige Bildräume und zugleich Teile eines größeren Zusammenhangs. Jedes Werk erzählt eine andere Geschichte von Verdichtung und Auflösung, von Sichtbarkeit und Verborgenem. In ihrer gemeinsamen Präsentation entsteht ein visuelles Gefüge, das an Ausschnitte eines imaginären Ozeans erinnert. Die einzelnen Bilder stehen in Beziehung zueinander, ohne ihre Eigenständigkeit zu verlieren.
Mit Pink Traces möchte ich den Blick auf das Kleine und scheinbar Unscheinbare lenken. Auf Spuren, die Jahrmillionen überdauern, und auf die Zeitdimensionen, die sich unserem unmittelbaren Erleben entziehen. Die Arbeiten laden dazu ein, sich auf Farbe, Bewegung und Material einzulassen und einen Moment zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und persönlicher Vorstellung zu verweilen.
Für mich erzählt Pink Traces von der Schönheit des Überdauerns. Von der Möglichkeit, dass selbst die kleinsten Überreste eine Geschichte in sich tragen – und dass Farbe zu einer Erinnerung werden kann, die älter ist als jede menschliche Vorstellung.
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